- Lage
- Westküste, nahe San Lawrenz
- Sehenswert
- Inland Sea, Blue Hole, Fungus Rock
- Beste Zeit
- Sonnenuntergang, wenn die Ausflügler weg sind
- Azure Window
- 2017 eingestürzt
Was Dwejra ausmacht
Dwejra ist eine kleine Bucht an der Westküste mit außergewöhnlichen Felsformen. Vier Dinge prägen den Ort: die Inland Sea, das Blue Hole, der Fungus Rock und die Stelle, an der das Azure Window stand. Die Landschaft wirkt wie eine Bühne aus Kalkstein, Wasser und Wind, und sie verändert sich je nach Licht und Seegang stark.

Die Inland Sea
Die Inland Sea ist ein fast geschlossener Salzwassersee in einer kreisrunden Senke. An einer Seite liegt ein Kai, an der anderen ein Kiesstrand. Verbunden ist sie mit dem offenen Meer durch einen Felstunnel, den laut Visit Gozo kleine Boote nutzen, die Länge wird mit rund 100 Metern angegeben. Fischer bieten traditionelle Bootsfahrten durch den Tunnel hinaus an. Reiseseiten nennen etwa 5 Euro für die Fahrt, die Preise und Zeiten schwanken und hängen vom Seegang ab; bei rauer See fährt niemand.

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Das Azure Window
Das berühmte Felsentor Azure Window ist 2017 eingestürzt. Wenn euch jemand ein altes Foto zeigt, gibt es das Motiv heute nicht mehr. Visit Gozo schreibt, dass die Stelle seit dem Einsturz ein Tauchplatz ist. Dwejra bleibt trotzdem einer der stärksten Orte der Insel, weil die übrigen Formen, die Klippen und das Meer unverändert beeindruckend sind.
Das Blue Hole
Das Blue Hole ist ein senkrechter, rundlicher Schacht im Fels, der direkt ins Meer führt. Es gilt unter Tauchern als einer der bekanntesten Plätze des Mittelmeers; laut Visit Gozo zählte es für Jacques Cousteau zu den zehn besten Tauchplätzen der Welt. Mehr dazu auf der Seite Tauchen auf Gozo. Auch zum Schnorcheln locken die Felsen ringsum, aber nur bei ruhiger See, und niemals allein.
Der Weg zum Blue Hole ist laut Berichten kurz, aber mit Stufen und rutschigen Felsen verbunden. Wer mit Ausrüstung geht, braucht gute Schuhe und Geduld.
Fungus Rock
Am Eingang der Bucht ragt der Fungus Rock aus dem Wasser, ein steiler Kalkfelsen von rund 60 Metern Höhe. Die Malteserritter ließen die Seiten glätten, damit niemand hinaufklettern konnte, denn dort wuchs ein seltener Pilz (der Malteserschwamm), dem man heilende Wirkung zuschrieb. Heute steht der Felsen unter Schutz und darf nicht betreten werden. Ihr seht ihn vom Ufer und vom Boot aus.
Warum heißt er Fungus Rock?
Der Fungus Rock verdankt seinen Namen einer Pflanze, die die Johanniter für ein wertvolles Heilmittel hielten: Cynomorium coccineum, oft Malteserschwamm genannt. Botanisch ist sie kein Pilz, sondern eine parasitische Blütenpflanze mit unangenehmem Geruch. Auf Maltesisch heißt der Felsen Il-Ġebla tal-Ġeneral, der Felsen des Generals.
Die Ritter legten die Pflanze als blutstillende Auflage auf Wunden und gaben sie gegen die Ruhr. Weil sie so gefragt war, erklärte Großmeister Pinto den Felsen Mitte des 18. Jahrhunderts zum Sperrgebiet. Er ließ eine ständige Wache aufstellen und einen Korb an einem Seil vom Ufer hinüberführen. Wer den Felsen unerlaubt betrat, riskierte drei Jahre als Ruderer auf den Galeeren des Ordens.
Heute ist der Fungus Rock ein Naturschutzgebiet. Am besten seht ihr ihn vom Ufer der Bucht oder vom Weg hinauf zum Dwejra-Turm. Betreten dürft ihr ihn nicht, und auch an den Felsen rund um die Bucht solltet ihr nicht klettern, weil der Kalkstein brüchig ist.
Der Dwejra-Turm
Über der Bucht steht der Dwejra-Turm, ein Wachturm aus dem Jahr 1652. Gebaut wurde er unter Großmeister Giovanni Paolo Lascaris, bezahlt von der Università, der damaligen Verwaltung von Gozo. Wachen meldeten von hier Landungen von Korsaren, nachts mit Feuer und tagsüber mit Rauch. Später diente der Turm auch als Ausguck, damit niemand auf den Fungus Rock kletterte.
Vom Azure Window zur Filmkulisse
Dwejra war schon lange vor Instagram ein Drehort. Das Azure Window, ein Felsentor am Rand der Bucht, ist im Kinofilm Kampf der Titanen von 1981 zu sehen und in der ersten Staffel von Game of Thrones, dort bei der Hochzeit der Dothraki. Am 8. März 2017 stürzte das Tor nach schweren Stürmen ins Meer.
Die Landschaft steht unter Schutz: Dwejra liegt in einem besonderen Schutzgebiet, und Malta hat die Bucht 1998 auf seine Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe gesetzt. Für euren Besuch heißt das: Steine, Pflanzen und Fossilien bleiben, wo sie sind, und die markierten Wege haben einen Grund.
| Ort | Was es ist | Was ihr tun könnt |
|---|---|---|
| Inland Sea | Salzwassersee, durch einen Felstunnel mit dem Meer verbunden | Mit einem kleinen Boot durch den Tunnel fahren, am Ufer baden |
| Blue Hole | Senkrechter Felsschacht, der ins offene Meer führt | Tauchen, bei ruhiger See schnorcheln |
| Fungus Rock | Rund 60 m hoher Kalkfelsen, Naturschutzgebiet | Vom Ufer oder vom Turm aus ansehen |
| Azure Window | Felsentor, am 8. März 2017 eingestürzt | Die Stelle ist heute ein Tauchplatz |
| Dwejra-Turm | Wachturm der Johanniter von 1652 | Von außen ansehen, Blick über die Bucht |
Wann ist es am schönsten?
Kommt zum Sonnenuntergang. Dann sind die Tagesausflügler weg, und das Licht auf den Felsen ist am besten. Mittags im Sommer ist es voll und heiß, Schatten gibt es kaum. In der Nebensaison seid ihr oft fast allein. Visit Gozo warnt ausdrücklich: Bei rauem Wetter vorsichtig sein, und nicht in die Nähe der Uferkante gehen.
Anreise, Parken und Praktisches
Mit dem Auto ist Dwejra am bequemsten; Parkplätze sind im Sommer begrenzt. Mit dem Bus kommt ihr hin, aber die Rückfahrt am Abend ist heikel; mehr bei Gozo ohne Mietwagen. Festes Schuhwerk ist wichtig, weil der Fels uneben und stellenweise rutschig ist. Nehmt Wasser mit. In der Nähe stehen eine kleine Kapelle von 1963 (St. Anne) und ein Turm von 1652, der vor Piraten schützte. Toiletten und Kioske gibt es saisonal.
Gut kombinieren
Dwejra passt gut nach einem Besuch der Zitadelle in Victoria, wenn ihr den Vormittag in der Stadt und den Nachmittag am Meer verbringen wollt. Nahe liegen außerdem Xlendi und die Ta'-Pinu-Basilika. Wer wandern will, findet Küstenwege rund um die Bucht; mehr bei Wandern auf Gozo. Eine mögliche Reihenfolge zeigt der 3-Tage-Plan.
Stand: 4. Oktober 2026. Preise, Zeiten und Regeln ändern sich, bitte beim Betreiber prüfen.
Quellen: Visit Gozo: Dwejra



